• Angela Fischer

Dress up

X-Silhouetten für Superheldinnen - mein Nachmittag mit Thierry Mugler


Progressiv, dramatisch, exzentrisch - Thierry Mugler.

Die Mode des französischen Designers ist bekannt für ihre X-Silhouetten und eleganten, cleanen Stoffe ohne viele Prints.



Berühmt wurde Mugler aber nicht nur für seine provozierende Mode. Auch für seine Parfüms. Wie "Angel" oder "Alien". Zwei Düfte, die ich übrigens auch habe.


Ein guter Grund für mich die momentane Ausstellung über Mugler in der Münchner Kunsthalle zu besuchen.


Gleich zu Beginn eine Überraschung: Thierry Mugler heißt eigentlich Manfred Thierry Mugler. Seine Eltern waren Österreicher aus Linz. Daher der Manfred im Vornamen.


Mugler wächst im Elsaß auf. Mit 14 Jahren Ausbildung zum Balletttänzer. Mit 20 Jahren geht er nach Paris. Um Mode-Design zu studieren.

Die nächste Überraschung: Neben dem Studium jobbt Mugler als Fensterputzer.


1973 gründet er sein eigenes Label.

Sein Markenzeichen: betont schmale Taillen, Accessoires wie metallische Büstenhalter, riesige Schulterpolster, Nieten und Latex.

Seine Modenschauen waren theatralische Happenings. Seine Protagonistinnen auf dem Laufsteg Supermodels und lauter schillernde Prominenz: Jerry Hall, Diana Ross, Ivana Trump, Linda Evangelista, Claudia Schiffer, Christy Turlington, Cindy Crawford und Naomi Cambell.


Die nächste Überraschung: Das schwarze Dress, das Demi Moore im Film "Ein unmoralisches Angebot" trägt, hat Thierry Mugler entworfen.

Bis zu 12 Kollektionen (Damen, Herren, Kinder) kreierte Mugler in nur einer Saison.

Er kleidete Stars wie David Bowie, Lady Gaga, Céline Dion und Beyoncé ein.


Trotzdem: 2002 das Label-Aus. Gegen die damals angesagten minimalistischen Modetrends verliert die hochpreisige Marke ihre Anziehungskraft.

Mugler konzentriert sich fortan auf die Beauty-Linie.

Und wieder eine Überraschung: Mugler dreht außerdem Musikvideos für George Michael.


2006 entschloss sich Clarins, die Mugler-Modesparte wieder zu beleben. Vier Jahre später wird Nicola Formichetti, zuvor Stilist von Lady Gaga, Chef-Designer. Ein Jahr später ist Mugler auch selber wieder mit Laufsteg-Präsentationen am Start.


In München zu sehen sind rund 150 Haute-Couture- und Prêt-à-porter-Outfits.

Viele davon wurden noch nie ausgestellt.

Auf alle Fälle kommt man aus dem Staunen nicht heraus. So erging es jedenfalls mir.

Spannend zu sehen, wie Mugler mit Materialien wie Plexi-Glas, PVC, Kunstpelz, Vinyl, Latex und Chrom experimentierte.





"Mein einziges Maß ist die Maßlosigkeit."


In jeder seiner Kreationen spiegelt sich

Muglers Lebenseinstellung wieder.


Und sein Frauenbild.

Das von der starken, modernen Frau.

Für sie kreierte er seinen

Superheldinnen-Look.






Die beste Überraschung am Schluss:

Stark und weiblich zugleich -

so habe ich mich an diesem Nachmittag

mit Thierry Mugler auch gefühlt.

Ohne Anprobe.

Nur vom Anblick der faszinierenden

Kreationen.



Eine Frage habe ich mir beim Rundgang durch seine Modewelt trotzdem immer wieder gestellt: Welche Frau hat bitte die passende Wespentaille für diese Outfits?


Die Ausstellung in der Münchner Kunsthalle geht übrigens noch bis 30. August.

https://www.kunsthalle-muc.de/ausstellungen/details/mugler/