• Angela Fischer

Mach mal Platz im Kopf

Meditationskissen statt Marathon: Warum mittlerweile sogar Manager meditieren.

Ein Gespräch mit Meditiationsleiterin Angelika Kahlert


Meditation - nur was für spirituelle Spinner? Von wegen. Immer mehr Menschen meditieren. Finden dadurch zu ihrem eigenen Flow.


Gerade während des Lockdowns haben viele begonnen zu meditieren.

Wie ist das bei euch? Habt ihr schon mal meditiert? Oder meditiert ihr vielleicht sogar regelmäßig?


Meditieren erlebt jedenfalls einen ähnlichen Boom wie einst Joggen.

Nachdem Jahre lang dem Work-Life-Balance-Stress vor allem mit Laufen davon gerannt wurde, kommen mittlerweile viele durch Stillsein und Stillsitzen runter. Sogar Manager tauschen immer öfter den Marathon gegen das Meditationskissen ein.


Denn meditieren ist wie ein Mini-Urlaub für Geist und Seele.

Sagt jedenfalls Angelika Kahlert aus Unterschleißheim bei München.

Sie ist zertfizierte Meditatonsleiterin.

Jahrelang war Angelika Mitarbeiterin in einer großen touristischen Redaktion,

bis sie sich entschloss, den Weg ihres Herzens zu gehen.


Die Suche nach Wahrheit, Sinn, Bestimmung prägt wieder stärker das Denken unserer Gesellschaft. Schlagworte wie Achtsamkeit, Verletzlichkeit, Bewusstheit, Gelassenheit, Dankbarkeit und Mitgefühl verlassen die Eso-Ecke und stoßen auf breite soziale Akzeptanz.


Ist das nicht toll?


In den letzten 40 Jahren gab es Hunderte von Studien und Forschungen von renommierten Einrichtungen, die ganz klar den gesundheitlichen Nutzen des Meditierens belegen. Hirn- und Neurowissenschaftler haben den Einfluss der Seele auf den Körper nachgewiesen.

Außerdem hat man Gehirne von Meditierenden mit denen von Nicht-Meditierenden vergleichen. Mit Neuro-Imaging. Das ist eine Methode, mit der die Strukturen im Gehirn abgebildet werden können. Dabei zeigte sich, dass bei den insgesamt über 300 untersuchten Meditierenden einige Gehirnareale im Vergleich signifikant größer waren. Vor allem die Regionen, die für Gedächtnis, Körperwahrnehmung, Aufmerksamkeit und Regulation von Emotionen und Selbstreflexion zuständig sind.


Mehr innere Ruhe. Mehr Klarheit. Mehr mentale Stärke... meditieren machts's möglich.

Angelika Kahlert mit Antworten zu den wichtigsten Fragen rund ums Meditieren:


Welchen Effekt hat meditieren?

"Zwanzig Minuten Meditation haben den selben Effekt auf den Körper, wie ein kompletter Urlaubstag. Man wird ruhiger, konzentrierter und ausgeglichener. All das sind Eigenschaften, die durch den zunehmenden Stress und Druck in der heutigen Leistungsgesellschaft auf der Strecke bleiben. Das reicht bis in unser Privatleben.

Meditation kann Dir dabei helfen, wieder zu einem inneren Frieden zu finden. Meditation hat Wirkung auf die Psyche und den Körper zugleich: Denn in einem entspannten Körper wohnt ein entspannter Geist. Du wirst dich ausgeglichener fühlen."


Was passiert beim Meditieren?

"Ich meditiere jeden Tag und bin dadurch ruhiger und gelassener geworden. Mittlerweile entspannt mich meditieren wie ein Tiefschlaf. Dabei sind Körper und Geist hellwach und klar. Zudem nehme ich Abstand, gehe einen Schritt zurück, beobachte mich, meinen Geist, meine Gedanken. Das hilft mir mit negativen Emotionen umzugehen, sie zu kontrollieren und abzustellen."


Wie gelingt es mir abzuschalten? Tipps für Anfänger:

"Ziehe dich in einen ruhigen Raum zurück. Trage bequeme Kleidung. Räucherstäbchen, ätherische Öle und eine schöne Meditationsmusik können helfen, besser zu entspannen.

Ich empfehle Dir beim Meditieren, eine bequeme Sitzhaltung zu finden. Schau, dass die Beine nicht einschlafen und der Körper entspannt ist. Eine aufrechte Sitzhaltung ist von Vorteil, da die Energie besser fließen kann. Das kann auf einem Stuhl, Meditationskissen oder einer Meditationsbank sein.

Beginne mit einer Atemmeditation. Das bewusste Ein- und Ausatmen hilft, sich ganz auf den Atem zu konzentrieren. Das bringt Dein Gedankenkarussell zur Ruhe. Atme tief in den Bauch ein. Achte dabei auf die richtige Atmung. Beim Einatmen wölbt sich die Bauchdecke nach außen und beim Ausatmen wieder nach innen.

Zähle beim Einatmen bis fünf und beim Ausatmen zähle wieder bis fünf. Somit konzentrierst Du Dich ganz auf Deinen Atem.

Das Zählen in der Meditation sollte allerdings nicht über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Es dient Anfängern, sich zu konzentrieren."


Geführte Meditation oder reine Meditation?

"Es gibt viele verschiedene Meditationsarten, wie zum Beispiel die Achtsamkeitsmeditation, Zen Meditation und Stille Meditation. Die richtige Methode hängt von Deinen speziellen Bedürfnissen ab.

Jeder Mensch ist einzigartig. Manche verfügen über ein großes Kopfkino, das pausenlos Geschichten produziert, was die Fokussierung auf die Meditation schwer macht. Anderen fällt es leichter sich zu entspannen.

Ich empfehle Anfängern geführte Meditationen, denn sie erleichtern es, in die Entspannung zu kommen. Du musst für Dich herausfinden, welche Meditationsart Dich unterstützt. Probiere sie einfach aus."


Wie lange soll man meditieren?

"Das ist sehr unterschiedlich. Anfänger schaffen es meist nur kurze Zeit. Wenn Du mit ungefähr fünf Minuten täglich beginnst, ist das sehr gut. Die Wissenschaft hat festgestellt, dass bereits fünf Minuten Meditation am Tag eine sehr positive Auswirkung auf unsere Gesundheit haben. Wenn man es zeitlich schafft, wären 20 Minuten oder länger täglich sehr effektiv."


Was bietest du für Meditationskurse an?

"In meinen Mediationen versuche ich den Teilnehmer aus seinem Tages-Bewusstsein herauszuleiten. Unser Tages-Bewusstein ist von Verstand, Vergleichen und Urteilen dominiert.  

Ich biete Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene mit verschiedenen Meditations- und Achtsamkeitsübungen an. Bei geführten Meditationen arbeite ich oft mit Fantasiereisen. Dadurch finden die Teilnehmer wieder zu sich selbst, was ihnen in ihrem stressigen Alltag oft nicht gelingt.

Auch Meditationen zu Themen wie Selbstliebe, Heilung oder auch Chakren-Meditationen (Chakren sind Energiezentren im Körper) sind eine schöne Erfahrung, um unseren Energiefluss wieder herzustellen.

Auch eine Metta-Meditation biete ich an. Sie ist eine der ältesten und kraftvollsten buddhistischen Meditationsformen und dient der Entwicklung von Liebe und Mitgefühl für sich selbst und alle anderen Lebewesen. Sie stärkt die Konzentration und öffnet das Herz."


Lust bekommen zu meditieren? Angelika hat eine tolle Atemmeditation als Hörfassung zum Ausprobieren. Klickt doch einfach mal auf ihre homepage: meditation-ak.de

Dort erfahrt ihr auch alles über ihre Meditationskurse.


Meditieren ist jedenfalls eine wunderbare Auszeit für Geist und Seele.

Ich war anfangs auch skeptisch. Schließlich bin ich ein Mensch, dem es echt schwer fällt abzuschalten. Mit ein wenig Übung und Geduld habe ich es aber geschafft.


Namaste :)