• Angela Fischer

Wandern mit Handy

Lohnt sich Europas erster digitaler Rundwanderweg?


Ein digitaler Rundwanderweg? Was ist das bitte? Und vor allem wie funktioniert das?

Das war mein erster Gedanke, als ich vom "Museum goes wild" gehört habe. So heißt nämlich der neue Rundwanderweg auf dem Lärchfilzkogel im österreichischen Fieberbrunn.

Mittels einer innovativen App, die man sich aufs Smartphone lädt, wandert man zehn Stationen ab und erfährt dabei Wissenswertes zu Flora und Fauna.

Zum Beispiel warum Pflanzen echte Verräter sein können oder welche Tiere in den Bergen auf Gruppensex stehen...

So die neugierig machende App Beschreibung.




Natur erkunden mit dem Handy in der Hand? Ist eine interessante Idee. Klingt spannend.



Also rauf auf den Berg. Mit der Gondel.

Oben angekommen lässt sich die App leider nicht öffnen. Zumindest auf meinem Handy. Zum Glück aber auf dem Handy meiner Freundin Gabi.


An der ersten Station eine in den Boden

eingelassene Säule. Wir halten das Handy hin.


Eigentlich soll jetzt ein informatives Erklärvideo starten. Doch beim Klick auf den Playbutton passiert nichts. Wir gehen weiter weg, dann wieder näher hin. Es klappt nicht. Dabei soll im Umkreis von 20 Metern die App funktionieren.



Immerhin gibt es eine schriftliche Beschreibung zur Bergwelt in der App. Gabi liest vor.

An der nächsten Station das selbe Spiel.

Mit dem selben Ergebnis. Wieder funktioniert

der Kurzfilm nicht. Dafür lausche ich der

Vorlesung von Gabi.

Diesmal dabei eine holländische Familie.

Die haben das gleiche Problem mit dem

Handy wie ich. Auch bei ihnen lässt sich

die App erst gar nicht öffnen.

(Liegt also nicht an dem Vorurteil "Frauen und Technik")



Trotzdem laufen wir den kompletten Rundweg mit den zehn Stationen ab.

Die Tour ist toll. Landschaftlich herrlich. Wir sehen die komplette Gebirgskette der Fieberbrunner Alpen. Laufen an in der Sonne glitzerndem Gestein vorbei, an wohl riechendem Alpenampfer, an Bergziegen...



Gabi liest an jeder Station fleißig vor. Interessante Geschichten mit viel überraschenden Fakten. Wie die von den Hopfenwurzelbohrern, die sich in den Bergen zum Gruppensex versammeln. Dieser dauert zwei Stunden. Dabei verströmen die Männchen dieser Geistermotten spezielle Duftstoffe, um die Weibchen zu bezirzen. Jedes Weibchen legt anschließend 1 600 Eier.




Schade, dass die App nur bedingt

funktioniert. Und man dadurch zum

Vorlesen gezwungen ist. Das trübt

das digitale Erlebnis etwas.




Was habt ihr so für Erfahrungen mit Wander-Apps?



























0 Ansichten